Auf den ersten Blick erscheint Cloud Computing nur als neues Hype-Thema, getrieben von Herstellern und Analysten. Doch Unternehmen können schon heute von den verfügbaren Anwendungen und Diensten profitieren.
Hier lesen Sie
- Was Cloud Computing ist
- Warum das Konzept hohe Aufmerksamkeit genießt
- Welche Vorteile es bietet und welche Hürden es gibt
Wer eine einheitliche Definition für den Begriff Cloud Computing sucht, steht vor einem schier aussichtslosen Unterfangen. Je nach Interessenlage betonen Software-, Service- oder Infrastrukturanbieter unterschiedliche Aspekte. Die Marktforscher von Forrester Research haben aus einer Umfrage unter 30
Cloud-Providern eine brauchbare Definition entwickelt. Cloud Computing steht demnach für einen "Pool aus abstrahierter, hochskalierbarer und verwalteter
IT-Infrastruktur, die Kundenanwendungen vorhält und die nach Verbrauch abgerechnet wird". Das erstrecke sich unter anderem auf Netz-, Rechen- und Speicher-Ressourcen samt entsprechenden Verträgen mit Zulieferern. Unterm Strich umfasst die "Cloud" also die gesamte Welt der IT.
Auf die Agenda ist das Thema gelangt, weil die erforderlichen Schlüsseltechniken inzwischen ausgereift und praxiserprobt sind. Dazu gehören Virtualisierung, Grid Computing sowie
Provisioning-Lösungen. Aber auch die allgemein verfügbaren hohen Bandbreiten machen die Dienste erst möglich.
Zu den Vorteilen des
Cloud-Computing-Konzepts zählen die schnellere Einführung neuer Anwendungen sowie der bedarfsgerechte Bezug von Leistungen. Für Anwender entfallen zudem Investitionen in die benötigte IT-Infrastruktur, beispielsweise Server und Speicher. Trotz solcher Vorzüge sehen Experten vor allem für größere Unternehmen mit gewachsenen
IT-Strukturen eine Reihe von Hürden, wenn sie Cloud Computing betreiben wollen. In der Diskussion steht immer wieder die Sicherheit. Während Anwender Bedenken hegen und darin von Marktbeobachtern zum Teil bestärkt werden, betonen die Provider ihre Kernkompetenz in Security-Belangen. Problematisch erscheint auch der Datenschutz. Kunden haben keinen Einfluss darauf, wo der
Cloud-Provider Daten vorhält. In einigen europäischen Ländern schränkt der Gesetzgeber den freien Umgang mit bestimmten Kundendaten ein. Zudem bemängeln die Marktforscher von Forrester, dass kaum ein Anbieter Verfügbarkeit und Service-Levels garantiere. Dennoch wird die IT aus der Wolke die
Unternehmens-IT verändern, darin sind sich die Marktbeobachter sicher. Eines Tages werde der Punkt erreicht sein, an dem es sich für viele Unternehmen nicht mehr lohnt, eigene Server zu betreiben.
Merkmale des Cloud Computing (Quelle: Forrester Research)
- Eine vordefinierte und abstrahierte Infrastruktur;
- volle Virtualisierung;
- dynamische Infrastruktursoftware;
- Abrechnung nach Verbrauch;
- keine langfristigen Verträge.