Abbildung von der Steuererklärung

Der Homeoffice Ratgeber der Telekom

Hohe Kosten im Homeoffice

Hohe Kosten im Homeoffice

In der neunten Episode des HomeOffice Ratgebers der Telekom geht es diesmal um das Thema „Homeoffice und Steuern“. Im Interview können Sie nachhören welche Tipps Holger Diebold zum Thema HomeOffice und Steuern hat, und was es dabei zu beachten gibt.

Das Experteninterview zum Nachlesen

In der neunten Episode des HomeOffice Ratgebers der Telekom lautet das Thema „Homeoffice und Steuern“. Sven Giebler, Moderator und Digitalberater, hat dazu mit Holger Diebold gesprochen.

Holger ist Beratungsstellenleiter beim Lohnsteuerhilfeverein. Er führt eine Beratungsstelle in Mutterstadt und betreut dort die Mitglieder. Er fertigt Steuererklärungen für sie an und nimmt ihnen somit die komplette Arbeit ab. Zudem prüft der er den Steuerbescheid, beantragt entsprechend Freibeträge, weiß bestens Bescheid über Zulagen, Forderungen und die aktuelle Rechtsprechung und nimmt die gesamte Kommunikation mit dem Finanzamt ab.

Im Hinblick auf die zu verfassende Steuererklärung befassen sich gerade viele mit Themen wie Kurzarbeit, Homeoffice und Homeschooling. Besonders beim Thema Kurzarbeit und Steuern gibt es einige Punkte zu berücksichtigen.

„Kurzarbeit ist ein Thema, das natürlich sehr viele betreffen wird für die Steuererklärung 2020 jetzt. Kurzarbeit ist leider kein schönes Thema im Rahmen der Steuererklärung. Denn das Kurzarbeitergeld muss im Rahmen des Progressionsvorbehaltes nachversteuert werden. Das heißt, das übrige Einkommen wird höher versteuert, als es ohne das Kurzarbeitergeld die Frage gewesen wäre. Insofern führt diese Versteuerung oft noch zu Nachzahlungen im Rahmen der Einkommensteuererklärung.“

Viele Arbeitsnehmer und Arbeitgeber arbeiten schon seit März 2020 im HomeOffice. Kosten für ein Arbeitszimmer lassen sich in der Regel absetzen, aber gibt es jedoch einiges zu beachten.

„Das Feld des Arbeitszimmers ist ein sehr großes. Das ist nicht pauschal zu beantworten. Das klassische Arbeitszimmer gibt's ja schon länger. Dafür ist aber auch wirklich ein Arbeitszimmer notwendig und nicht nur eine Arbeitsecke. Dafür kann ich dann anteilig natürlich umgerechnet auf die Gesamtwohnfläche des Gebäudes oder der Wohnung sämtliche Kosten, die dieses Arbeitszimmer verursacht - also Gas, Strom, Wasser, Müllgebühren, alle Hausversicherungen etc. gehören da dazu - dann auch von der Steuer entsprechend geltend machen.“

Seit 2020 gibt es eine Homeoffice Pauschale, die auch für das laufende Jahr noch gelten wird und den Arbeitnehmern eine gewisse Erleichterung bringt. Holger erklärt:

„Und vor allen Dingen kommen auch die Leute in den Genuss etwas abzusetzen, die nur eine Arbeitsecke vielleicht für sich eingerichtet hatten. Das heißt, die am Esstisch, am Couchtisch, am Küchentisch gearbeitet haben, denn die bekommen pro Tag 5 Euro angerechnet, die sie absetzen können. Allerdings ist das Ganze begrenzt auf 120 Arbeitstage, womit wir auf maximal 600 Euro Werbungskosten dann kämen.“

Holger Diebold, Beratungsstellenleiter beim Lohnsteuerhilfeverein | Vereinigte Lohnsteuerhilfe e.V.

Holger Diebold ist Experte, wenn es um Steuern geht. Gemeinsam mit seinem Team unterstützt er bei Steuererklärungen, prüft Steuerbescheide und kennt sich bestens mit Zulagen und Freibeträgen aus. Worauf bei Kurzarbeit, Homeoffice und Homeschooling zu achten ist, verrät er im Podcast.

Zusätzlich zum HomeOffice sind viele Familien durch Mehrausgaben fürs Homeschooling belastet. Hier lässt sich als Familie jedoch leider fast nichts absetzen.

„[…] beim Homeschooling gibt es keine guten Nachrichten. Den Laptop, den wir für den Nachwuchs angeschafft haben, können wir leider nicht absetzen. Es sei denn, ich kann zumindest einen gewissen prozentualen Anteil auch der beruflichen Nutzung nachweisen. Und dann kommt eben auch dieser Anteil in die Steuererklärung desjenigen, der diesen Laptop auch beruflich tatsächlich nutzt.Sonstige Steuervorteile wie Kinderbonus, Kinderfreibeträge oder auch das Kindergeld, was ja sich auch wieder in der Steuererklärung wiederfindet - das kann natürlich alles geltend gemacht werden. Da ist es wichtig, immer gegeneinander abzuwägen, was im Einzelfall praktisch tatsächlich angesetzt werden soll. Und auch hierfür ist eine Beratung, denke ich, mehr als notwendig.“

Wer sich fürs HomeOffice Arbeitsmittel wie Laptop, Maus oder Kamera angeschafft hat, kann diese als Arbeitsmittel grundsätzlich von der Steuer absetzen.

„Allerdings gilt auch hier eine gewisse Nachweispflicht, das heißt Beleg natürlich erst einmal aufheben, das heißt Rechnung aufheben.“, betont Holger. „Auch eine Dokumentation vielleicht führen, in welchem Rahmen, in welchem Ausmaß, ich dieses Arbeitsmittel beruflich nutze. Und dann kann ich das auch geltend machen. Eine Bestätigung des Arbeitgebers ist natürlich immer optimal. Im besten Fall dann auch gleich noch mit einer Bescheinigung, dass eben kein Zuschuss gezahlt wurde. Und dann steht einer Absetzung eigentlich nichts mehr im Wege.“

Durch die Arbeit im HomeOffice steigen natürlich auch die Telefon- und Internetkosten zum Teil enorm. Auch hier gibt es einige Punkte zu beachten, wenn man einen Teil davon absetzen möchte. 

„[…] das Wichtigste ist auch hier: Belege aufheben, das heißt Festnetz-Rechnungen, die meistens ja leider nur noch per E-Mail kommen, unbedingt ausdrucken. Auch die Handy-Rechnungen. Dies sollte man sich natürlich aufbewahren, je nachdem, welches Kommunikationsmittel dann auch beruflich genutzt wurde. Ansonsten auch hier wieder dokumentieren, dass ich keinerlei Erstattung vom Arbeitgeber dafür erhalten hatte oder in welchem Umfang diese Erstattung eben waren. Und dann auch wieder Dokumentationspflicht seitens des Steuerpflichtigen - wie hoch oder wie gering der Umfang der Nutzung war, damit man das wieder entsprechend anteilig auch in der Steuererklärung absetzen kann.“

Wenn Sie sich unsicher sind, welche Kosten abesetzbar sind oder nicht, unterstützt Sie die Lohnsteuerhilfe bei individuellen Fragen.

„[…] das Schöne ist, dass die individuellen Fragen mit dem Mitgliedsbeitrag auch abgegolten sind bei uns. Also die Mitgliedschaft beinhaltet nicht nur die Erstellung der Erklärung, sondern natürlich auch den Rat das ganze Jahr über. Die Hilfe findet man am besten über die Homepage von uns, dort über die Beratersuche, dort die Postleitzahl eingeben und schon hat man einen Berater. Es gibt fast 3.000 Beratungsstellen der Vereinigten Lohnsteuerhilfe in ganz Deutschland. Da sollte auch einer in der Nähe dabei sein.“

Abschließend hat Holger noch drei Tipps, welche Punkte bei der nächsten Steuererklärung in puncto Kurzarbeit oder HomeOffice berücksichtigt und beherzigt werden sollten.

„Tipp 1: Natürlich, die Dokumentation, wie schon angesprochen, ist auch hier extrem wichtig. Das heißt, jeder sollte sich genau notieren, wann er im Homeoffice war, wann er zur Arbeit gefahren ist. Tipp 2: Uhr. Die Bestätigung des Arbeitgebers, die wir eigentlich immer brauchen. Das heißt, der Arbeitgeber muss bescheinigen, dass eben Homeoffice auch durchgeführt wurde. Wenn auch hier die Anzahl der Tage bescheinigt wird und auch eine eventuelle Kostenerstattung, dann sind wir schon sehr optimal aufgestellt. Tipp 3: Ist wirklich durch die knifflige Situation in diesem Jahr vielleicht der beste Tipp, dass man sich doch professionelle Beratung für dieses Jahr der Steuererklärung mal ins Haus holen sollte.“

Zum Thema Homeoffice und Kurzarbeit hat der Lohnsteuerhilfeverein ab dem 1. März eine Aktion gestartet. Im ersten Jahr kostet die Mitgliedschaft für Neumitglieder nur 39 Euro und die Aufnahmegebühr entfällt. Auf der Internetseite der Lohnsteuerhilfe (vhl.de) finden Sie ein HomeOffice-Special, in dem alle wichtigen und relevanten Themen noch einmal im Detail aufgeführt werden.

Danke an Holger Diepold für den spannenden Einblick und für die zahlreichen Tipps.

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