Erleben, was verbindet.
Frau auf der Baustelle mit digitalen Gerät in der Hand.

Coatinc Company

X mal effektiver
vorausplanen

Nie wieder Tetris beim Transport:
Die Verzinkerei Coatinc hat dank App und
Augmented Reality ihre Logistik optimiert.

Damit die Ladung auf den Laster passt

Um Stahlteile mit einer Schicht Zink zu versehen, holt die Coatinc GmbH auch riesige Bauteile beim Kunden ab und bringt sie wieder zurück. Beim Laden wird kein Platz verschenkt. Gemeinsam mit dem Start-Up platform3l entwickelte die Verzinkerei eine App, die jedes Bauteil digital genau vermisst und den Transport-Auftrag mit den exakten Maßen automatisch erstellt.

Digital vom Auftrag bis zum Transport

Stahl steht für Stärke. Dennoch brauchen Industrieanlagen, Brücken oder Gartentore aus diesem Material einen zusätzlichen Schutz: Um Korrosion zu verhindern, werden sie mit einer Schicht aus Zink überzogen. Bereits in der 17. Generation verzinkt The Coatinc Company (kurz: TCC) aus Kreuztal im Siegerland, Stahlteile. Das mittelständische Unternehmen  ist mit dieser mehr als 500-jährigen Geschichte das älteste Familienunternehmen Deutschlands. Um die Stahlteile und andere Oberflächen im eigenen Werk zu veredeln, holt TCC die Bauteile beim Kunden ab und bringt sie verzinkt und beschichtet wieder zurück.

Ein regelmäßiges Problem: Obwohl der Kunde die Maße der Teile zuvor an TCC übermittelte, waren die Angaben oft sehr ungenau oder gar falsch. Dies führte dazu, dass die individuellen Teile oft nicht wie geplant auf die Ladefläche passten. „Wir haben auf dem LKW eigentlich immer Tetris gespielt“, sagt Gabi Wilwers, kaufmännische Geschäftsführerin bei TCC. So kam es oft zu langen Ladezeiten, zusätzlichen Transporten oder Leerfahrten. Das kostete TCC regelmäßig Zeit und Geld.

Entwicklungsbedarf und Investitionsbereitschaft

Gabi Wilwers wollte dieses Problem lösen, am liebsten digital. Bei ihren Kollegen stieß sie damit zuerst auf Skepsis. „Viele Kollegen hatten Bedenken, dass digitale Projekte teuer sind und viel Zeit bei der Umsetzung benötigen“, sagt Gabi Wilwers.

„Auch unsere Kunden, vor allem Schlossereibetriebe, sind in ihrem Geschäftsalltag oft noch sehr analog unterwegs.“

Dabei muss die Stahlindustrie unbedingt digitaler werden, denn die Konkurrenz durch Billigstahl-Konzerne aus Asien nimmt zu. Eine Studie des Fraunhofer Instituts zur Digitalisierung im Stahl- und Metallhandel zeigt: 80 Prozent der Teilnehmer haben keine Erfahrungen mit Industrie-4.0-Anwendungen. Allerdings möchten 60 Prozent in Zukunft digitale Applikationen nutzen und sind auch bereit, finanziell zu investieren. So auch TCC „Ich habe meinen Gesellschafter um Geld für eine digitale Lösung gebeten und bin auf das Start-up platform3l zugegangen“, sagt Gabi Wilwers.


Digitalisierung im Stahlbau

Mit App und Augmented Reality Bauteile exakt vermessen

Nach einem zweitägigen Workshop mit Experten und einem Coach erarbeitete platform3l eine Strategie, wie das Abholen der Stahlteile bei den Kunden vereinfacht werden kann. Das junge Unternehmen ist Mitglied bei TechBoost – dem Start-Up-Programm der Telekom, und Impulsgeber für Unternehmen, die sich digitalisieren möchten.

Über die App können die Kunden des Mittelständlers nun mit ihrem Smartphone per Augmented Reality die individuellen Bauteile fotografieren, automatisch vermessen und die Fotos hochladen. Die App ist nur für Kunden von TCC zugänglich. Sie bekommen über ihre SAP-Nummer eine Einladung per E-Mail, über die sie dann die Anwendung herunterladen können.

Aufträge automatisch anlegen

Möchte der Kunde also ein Bauteile verzinken lassen, sendet er Fotos und die Maße mit Auftragsnummer und dem gewünschten Abholtermin über die App an TCC. Eine Versandbestätigung kommt per E-Mail. Auch die gesamte Bestellhistorie kann er über die App einsehen. Gleichzeitig geht bei TCC eine E-Mail mit dem Abholtermin, den Fotos und den Lademetern ein. Über die SAP-Nummer wird die Bestellung dem richtigen Kunden zugeordnet und der Auftrag automatisch angelegt. Die App ist keine Blaupause, sondern ist genau auf die Bedürfnisse des Mittelständlers und seiner Kunden abgestimmt.


TechBoost: Förderung für cloudbasierte Geschäftsideen

Das TechBoost-Programm, in dem platform3l Mitglied ist, fördert Gründer mit einer cloudbasierten Geschäftsidee. Sie können sich bewerben und erhalten von der Telekom Guthaben für die Open Telekom Cloud, Tarifrabatte sowie Unterstützung bei Vertrieb und Marketing. TechBoost versteht sich als Kooperationspartner der Start-ups. Als einziger Provider öffnet die Telekom den jungen Gründern darum ihr Kundennetzwerk und bringt sie in Kontakt mit potenziellen Kunden.

So profitieren nicht nur die Start-ups: Bei gemeinsamen Events und Innovationsworkshops können auch mittelständische Unternehmen mit den Ideen junger Gründer ihre Digitalisierung vorantreiben. Ganz so wie TCC: „Dank der schnellen und gelungenen Einführung der App ist die gesamte Geschäftsführung inzwischen aufgeschlossen gegenüber digitalen Projekten“, sagt Gabi Wilwers. „Mit der Anwendung sparen wir Logistikkosten und können effektiver planen.“


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