2 Männer stehen vor Garage mit Auto auf einer Hebebühne

Fahrzeugdaten aus der Cloud für freie Werkstätten

Die SELECT AG vernetzt Fahrzeuge, um freien Werkstätten und Autofahrern digitalisierte Services auf Grundlage von Fahrzeugdaten zu bieten.

Select AG: Besserer Kundenservice durch vernetze Werkstätten

Mithilfe von IoT-Anwendungen schafft die SELECT AG in der Automobilbranche mehr Chancengleichheit im Independent Aftermarket. Das Unternehmen bietet Kunden die Möglichkeit, Fahrzeuge zu vernetzen. Die ausgelesenen Telemetriedaten können Werkstätten über eine IoT-Plattform zentral abrufen und so den Kundenservice verbessern. Zugleich vernetzt das Internet der Dinge Lieferketten und Lagerverwaltungssysteme, womit etwa benötigte Ersatzteile immer rechtzeitig vor Ort sind.

2 Männer stehen hinter einer Hebebühne mit einem Golf darauf

Automatisierter "eCall" und Fahrzeugdaten

Seit rund zwei Jahren setzen alle Neuwagen bei einem Unfall automatisch einen Hilferuf ab. Das Notruf-System "eCall", die Abkürzung für "Emergency Call", ist seitdem Pflicht. Und das  ist auch der Grund, wieso inzwischen immer eine SIM-Karte mitfährt. Eine kleine Karte die nicht nur Hilfe rufen kann: Die Autos funken außerdem Zustand und Fahrzeuginformationen wie Bremsverhalten, Kilometerstand und Materialverschleiß automatisiert an die Hersteller, die auf diese Weise wertvolle Einblicke gewinnen. Denn die Fahrzeugdaten dienen der Weiterentwicklung von Fabrikaten und Autoteilen - und erlauben es, Kunden Services und Wartungsarbeiten in den Vertragswerkstätten anzubieten, noch bevor Schäden oder Verschleiß auftreten.

Bild von Daniel Trost

Enormes Ertragspotenzial für freie Werkstätten

Für die mehr als 21.000 freien Werkstätten im deutschen Independent Aftermarket ist dies ein klarer Wettbewerbsnachteil. "Die Informationen zu Verschleiß, Fehlern oder Fahrzeugverhalten, verbleiben bei den Herstellern", sagt Daniel Trost, Chief Digital Officer bei der SELECT AG. Das Unternehmen bedient deutschlandweit Teilegroßhändler an mehr als 140 Standorten, um die freien Werkstätten mit Ersatzteilen zu versorgen. "Bei rund 45 Millionen Fahrzeugen, die über Deutschlands Straßen rollen, bedeutet das ein enormes Ertragspotenzial." Führ mehr Chancengleichheit entwickelte die SELECT AG eine äquivalente Lösung für freie Werkstätten.

"Unser Service wird dann interessant, wenn Kunden zu einer Werkstatt ihrer Wahl wechseln und ihre Fahrzeugdaten mitnehmen möchten, sagt Trost. "Deshalb wolle wir ab sofort mit Einverständnis der Autofahrer Fahrzeugdaten erheben, aufbereiten und freien Werkstätten und ihren Kunden zur Verfügung stellen." Damit begegnet die SELECT AG zugleich dem Wunsch nach digitalisierten Services auf Seiten der Autofahrer und. Denn laut einer Bitkom-Studie legen 77 Prozent der Deutschen beim Autokauf immer mehr Wert auf digitale Dienste auf Grundlage von Fahrzeugdaten.

Mechaniker arbeitet im Motorraum eines Autos

Fahrzeugdaten über IoT-Plattform aufrufbar

Um die Fahrzeuge zu vernetzten, gibt es zwei Wege: Zum einen kann die SELECT AG ein Auto mittels OBD2-Adapter (OBD = On-Board-Diagnose) nachrüsten. Zum anderen gelingt die Vernetzung über den bestehenden Anschluss bereits konnektierter Fahrzeuge. Die ausgelesenen Telemetriedaten können Werkstätten über eine IoT-Plattform (Internet of Things/Internet der Dinge) zentral abrufen. Diese haben die Digitalisierungsexperten der Telekom für die SELECT AG auf Basis von Microsoft Azure entwickelt, um sämtliche Daten zu speichern und zu analysieren. „Dank der Vernetzung und Auswertung wissen freie Werkstätten, die mit uns zusammenarbeiten, künftig genau, wann ihre Kunden welche Reparatur durchführen müssen und können entsprechend Handlungsempfehlungen geben“, sagt Trost. „So lässt sich die Kundenbindung von der Werkstatt zum Autofahrer erhöhen.“

Zugleich vernetzt das Internet der Dinge Lieferketten und Lagerverwaltungssysteme digital. So können künftig auch Teilehandel und -versorgung automatisiert und bedarfsgerecht erfolgen. Denn die Händler bestellen etwa benötigte Ersatzteile frühzeitig – nicht erst, wenn der Austausch dringend notwendig wird. So sind benötigte Ersatzteile immer rechtzeitig vor Ort oder lassen sich gezielt vorhalten. Das macht Logistikwege und die Lagerbevorratung effizienter.

Clouseup Aufnahme eines Tablets
IoT: Vorrausschauende Wartung für Fahrzeuge

Schon Ende 2020 sollen Fahrzeugdaten auf der neuen IoT-Plattform analysiert werden. In einem weiteren Schritt erfolgt die vorausschauende Wartung. Dafür wertet eine Künstliche Intelligenz in der Azure Cloud auf Basis vorliegender Daten aus, wann Ausfälle passieren könnten und welche Ersatzteile dafür benötigt werden. „Um Diagnosen und solide Analysemodelle bereitstellen zu können, müssen wir allerdings erst einmal umfassende Fahrzeugdaten sammeln und analysieren“, sagt Trost. „Hier sind uns die Hersteller natürlich einen großen Schritt voraus.“

Neben der IoT-Plattform soll es künftig auch eine App geben, die in der Azure-Cloud gehostet wird, um noch enger mit den Werkstattkunden zusammen zu arbeiten und die Erreichbarkeit zu erhöhen. Hier lassen sich die Fahrzeughistorie und die Kosten abspeichern, per Chat können Autofahrer und Werkstatt unkompliziert miteinander kommunizieren. Auch notwendige oder präventive Reparaturarbeiten, die über den eigentlichen Werkstattauftrag hinaus gehen, können hierüber direkt abstimmt werden. Dafür lassen sich beispielsweise Bilder zum Fahrzeugzustand schnell und einfach versenden und rasche Absprachen treffen.

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